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Kehrwoche – Pflichten und Tipps für Mieter

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Kehrwoche – Pflichten und Tipps für Mieter

Kehrwoche in Deutschland: Pflichten, Rechte und praktische Tipps

💡 Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Kehrwoche ist eine regelmäßige Reinigungspflicht für Mieter in Mehrfamilienhäusern
  • Gehweg, Hof und Treppenhaus gehören zu den typischen Aufgaben
  • Der Wechsel erfolgt nach einem festgelegten Plan – jeder ist reihum dran
  • Bei Nichterfüllung können Konsequenzen drohen, auch rechtliche Konflikte sind möglich

Im Alltag stolpert man immer wieder über dieses süddeutsche Phänomen: die Kehrwoche. Wer im Süden Deutschlands lebt, kennt das – regelmäßig ist man verpflichtet, gemeinschaftliche Bereiche des Hauses zu reinigen. Doch was genau muss man tun und wo sind die Grenzen? Dieser Artikel klärt auf.

Was ist die Kehrwoche überhaupt?

Die Kehrwoche ist eine traditionsreiche Reinigungspflicht, die besonders in Baden-Württemberg, Bayern und Teilen von Hessen verbreitet ist. Sie regelt die Reinigung gemeinschaftlich genutzter Bereiche eines Mehrfamilienhauses. Die Pflicht zur Kehrwoche ist in der Regel in der Hausordnung festgehalten und bindend für alle Mietparteien.

Diese Regelung hat einen praktischen Hintergrund: Statt dass die Hausverwaltung teuer Reinigungskräfte anstellen muss, übernehmen die Bewohner diese Aufgabe reihum. Das spart Kosten und fördert die Gemeinschaft – zumindest in der Theorie.

Was gehört zur Kehrwoche (Gehweg, Hof, Treppenhaus)?

Die genauen Aufgaben sind in der Hausordnung definiert. Typischerweise umfasst die Kehrwoche das Reinigen des Treppenhauses inklusive Stufen und Podeste, das Fegen und ggf. Wischen des Gehwegs vor dem Haus sowie die Reinigung des Hofbereichs.

Was nicht dazugehört: deine private Wohnung, private Balkone oder Loggien. Auch Fensterputzen oder die Reinigung von Garagen ist üblicherweise nicht enthalten. Besondere Aufgaben wie das Schneeräumen oder Laub kehren können separat geregelt sein – schau in deine Hausordnung.

Wann bin ich dran (Wechsel-System)?

Die Reihenfolge wird durch einen Kehrplan festgelegt, den normalerweise die Hausverwaltung erstellt. Dieser zeigt dir genau, in welcher Woche du zuständig bist. Die Kehrwoche dauert üblicherweise eine Woche – oft von Samstag zu Samstag.

Der Plan wird häufig am Schwarzen Brett oder in einem Aushang sichtbar gemacht. Manche Verwaltungen nutzen auch digitale Systeme. Wichtig: Markiere dir deine Wochen und halte die Fristen ein. Wenn du verreist, musst du dich kümmern – entweder selbst vorher kehren oder jemanden beauftragen.

Was passiert bei Streit?

Ignoriert man die Kehrwoche, drohen Konsequenzen. Die Hausverwaltung kann zunächst eine Abmahnung erteilen. Bei wiederholtem Verstoß können Reinigungskosten in Rechnung gestellt oder sogar Mietminderungen geltend gemacht werden.

Rechtsstreitigkeiten entstehen oft, wenn Mieter die Regelungen unfair finden. Dann hilft ein Blick ins Mietrecht: Die Kehrwoche muss angemessen und zumutbar sein. Extreme Anforderungen oder unrealistische Häufigkeiten können angefochten werden. Im Konfliktfall lohnt sich eine Beratung.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich meine Kehrwoche mit jemandem tauschen?
Ja, in vielen Fällen ist Tauschen erlaubt – informiere aber die Hausverwaltung. Manche Hausordnungen verbieten es, deshalb prüfe deinen Mietvertrag.

Was mache ich, wenn ich krank bin?
Eine kurzfristige Erkrankung entschuldigt dich nicht automatisch. Du solltest die Verwaltung informieren und zeitnah einen Ersatz organisieren – oder die Kehrwoche nachholen.

Kann der Vermieter die Kehrwoche einfach abschaffen?
Ja, das ist möglich. Der Vermieter kann beschließen, eine professionelle Reinigung zu zahlen. Das würde die Kaution oder Nebenkosten beeinflussen.

Praktischer Tipp: Dokumentiere deine Kehrwoche mit Fotos. So hast du Beweis, dass du deine Pflicht erfüllt hast – besonders bei Dispute hilfreich.

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